Was ist das Kinderonkologische Netzwerk Bayern?

Im KIONET-Bayern haben sich Ende 2017 die Fachbereiche der Kinderonkologie bayerischen Klinika (Regensburg, Erlangen, Würzburg, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinikum Augsburg und Ludwigs-Maximilians-Universität München) zusammengeschlossen. Das Netzwerk deckt dabei ein Einzugsgebiet von 12,4 Millionen Menschen ab. 


Durch den Verbund steht den erkrankten Kindern und Jugendlichen in Bayern die gebündelte Expertise aller sechs kinderonkologischen Fachbereiche zur Verfügung. Dadurch können an den verschiedenen Standorten innovative Therapiekonzepte angeboten werden, die sonst nur außerhalb Bayerns oder sogar Deutschlands zur Verfügung stehen würden. Dieser Mehrwert wird die medizinische Versorgungssituation und die Prognose für unsere Patienten weiter verbessern.

Zielsetzung des KIONET-Bayern

Bei etwa 2.000 Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren wird pro Jahr in Deutschland eine Krebserkrankung diagnostiziert. Krebs ist damit in dieser Altersgruppe eine eher seltene, aber doch sehr langwierige und schwere Erkrankung, die das Leben der Kinder und der Eltern auf einen Schlag völlig verändert. Obwohl die geringe Inzidenz auf den ersten Blick positiv wirken mag, birgt diese in der Behandlung enorme Herausforderungen. Wenn beispielsweise die Ersttherapie versagt, sind neue Medikamente gefragt, deren Entwicklung ein aufwendiger und kostspieliger Prozess ist.


Sind nur wenige Patienten von einer bestimmten Erkrankung betroffen, sind entsprechende klinische Studien für die Pharma- und Biotech-Industrie ökonomisch uninteressant, was die Entwicklung moderner und nebenwirkungsarmer Therapien vor allem für Kinder beeinträchtigt. Hier setzt das KIONET-Bayern an: durch die enge Zusammenarbeit von sechs bayerischen Kliniken soll die Versorgungssituation krebskranker Kinder und Jugendlicher nachhaltig verbessert werden.

Gemeinsam stark!

Im Verbund haben wir gute Chancen, kranken Kinder und Jugendlichen klinische Studien zu ermöglichen und damit ihre Heilungschancen zu verbessern. Für jeden einzelnen unserer Patienten lohnt es sich, alles an Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, was uns heute und künftig zur Verfügung steht. Mit KIONET-Bayern wird darüber hinaus auch die heimatnahe Versorgung verbessert. Ärzte und Pflegekräfte aller bayerischen KIONET-Kliniken arbeiten eng zusammen und vereinen ihre Kompetenzen und Erfahrungen, um Synergien in der klinischen Versorgung zu schaffen und ihr Fachwissen in das gesamte Netzwerk einzubringen.


Betroffene Familien müssen in der Konsequenz keine langen Anreisen mehr auf sich nehmen, sondern können sich der kompetenten Versorgung ihres Kindes im heimatnahen Krankenhaus des KIONET-Verbundes sicher sein. KIONET ist ein Projekt, das von der Bayerischen Landesregierung gefördert und unterstützt wird. Insbesondere die Bayerischen Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer, Dr. Franz Rieger, Carolina Trautner, Joachim Herrmann, Oliver Jörg und der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Bernd Sibler, machen sich für den Verbund und dessen Weiterentwicklung stark.